Autodesk University 2025: KI in Fusion und Vault
Zur Autodesk University in Nashville hat Autodesk drei KI-Ankündigungen für Konstruktion und Fertigung gemacht: generativ erzeugte, editierbare BREP-Geometrie in Fusion, einen agentenbasierten Autodesk Assistant in Fusion und Vault sowie eine erweiterte Zusammenarbeit mit Microsoft für Visualisierung und Export nach Microsoft 365. Dazu kommen produktionsreife MCP-Server, über die KI-Agenten auf geprüfte Konstruktionsdaten zugreifen.
Autodesk begründet den Schub mit dem Fachkräftemangel: KI soll Kapazität freisetzen, nicht Konstrukteure ersetzen. Für Vault-Anwender ist die Meldung konkreter, als der Titel vermuten lässt.
Rücksprache vereinbarenFusion: Vom Prompt zum parametrischen Modell
Bisherige generative Werkzeuge liefern Netze oder Vorschläge, die nachgebaut werden müssen. Autodesk geht einen Schritt weiter: Ein Befehl erzeugt in Fusion editierbare Boundary-Representation-Geometrie, also ein vollwertiges CAD-Modell, das sich parametrisch anpassen lässt. Grundlage sind Autodesks eigene Basis-Modelle für die Fertigung.
Der Nutzen liegt im Wegfall der Konvertierung. Was die KI erzeugt, ist sofort konstruktionsreif und kann mit Fertigungsaspekten weiterbearbeitet werden, ohne manuelle Nacharbeit dazwischen.
Autodesk Assistant: Suche in natürlicher Sprache, Stücklisten nach Fusion Manage
Der Assistant ist kein Chatfenster, sondern führt Aufgaben aus. In Fusion lädt er Teammitglieder ein, setzt Skizzenabhängigkeiten und erzeugt Fertigungspfade.
In Vault sind die genannten Funktionen für den Alltag relevanter:
- Suche in natürlicher Sprache statt über Eigenschaftsfilter.
- Automatische Folgeaktionen, etwa das Aktualisieren veralteter Zeichnungen.
- Überführung von Stücklisten in PLM-Workflows in Fusion Manage.
Autodesk verspricht damit einen durchgängigen Datenfluss über den Produktlebenszyklus. Wie die Verbindung von Vault und Fusion Manage heute schon funktioniert, zeigt unser Fachbeitrag Fusion Manage beyond Vault.
Visualisierung nach Microsoft 365, MCP-Server für die Fertigung
Mit Microsoft baut Autodesk die Aufbereitung von Konstruktionsergebnissen aus. Über Azure OpenAI Services werden Fusion-Designs fotorealistisch in eine Umgebung gesetzt, Bilder und Metadaten gehen automatisiert nach Microsoft 365 und in PowerPoint. Marketing und Vertrieb bekommen Material ohne Umweg über die Konstruktion.
Technisch gewichtiger sind die MCP-Server, unter anderem für Fusion Data. Sie liefern nicht die CAD-Datei, sondern eine geprüfte Arbeitsansicht mit Freigabestatus, Maßen, Werkstoff und Fertigungsrestriktionen. KI-Agenten und Automatisierungswerkzeuge können damit Fertigbarkeitsprüfungen automatisieren, CAM-Abläufe aus dem validierten Modell anstoßen, NC-Programme zielgenauer erzeugen und Simulationen mit den richtigen Eingangsdaten starten. Stücklistenänderungen bleiben über Lieferketten hinweg nachvollziehbar.
Was das für Ihre Konstruktion bedeutet
Ankündigung ist nicht Verfügbarkeit. Die Meldung nennt für keine der Funktionen ein Datum oder eine Version. Planen Sie damit, aber planen Sie nicht darauf.
Inventor kommt nicht vor. Alle drei Ankündigungen betreffen Fusion und Vault. Wer mit Inventor konstruiert, profitiert zunächst über Vault: Suche, Zeichnungsaktualisierung und der Weg der Stückliste nach Fusion Manage.
Datenqualität wird zur Voraussetzung. MCP-Server und Assistant arbeiten mit Freigabestatus, Eigenschaften und Werkstoffangaben. Wo diese Felder in Vault heute lückenhaft sind, bleibt die KI blind. Das ist der Punkt, an dem sich jetzt ansetzen lässt.
Fachbeitrag: Fusion Manage beyond VaultQuelle
Autodesk-Pressemeldung vom 16. September 2025 →
Titelbild: Keyvisual der Autodesk University 2025 in Nashville. Bild: Autodesk.
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