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Modular konstruieren, ohne die Stückliste zu verlieren

Modular konstruieren, vollständige Stückliste

Vereinfachte Module in Inventor, vollständige Stückliste über Vault

Angebotskonstruktionen im Maschinen- und Anlagenbau entstehen unter Zeitdruck und meist ohne Vergütung. Bei Trefferquoten zwischen 10 und 30 Prozent geht der Aufwand für sieben bis neun von zehn Angeboten verloren – und wer das Layout schon in dieser Phase bis zur Fertigungstiefe durchzieht, zahlt zweimal: einmal im Presales, einmal beim Nacharbeiten nach Auftragseingang.

In dieser Session zeigen wir, wie vereinfachte Module das Layout leicht halten, wie Konnektoren und Parametervererbung Varianten ohne neue Dateien erzeugen und wie Vault das Modul über ein eigenes iProperty an die reale Baugruppe und damit an die vollständige Stückliste bindet.

Aus unserer Webcast-Reihe, aufgezeichnet am 25. August 2026 · Holger Dachroth · 20:57 min

Der Baukasten im Factory-Layout

Ein ausmodelliertes Linearmodul und sein vereinfachtes Gegenstück haben dieselben Abmaße und dieselben Kontaktflächen, verhalten sich in der Planung aber grundverschieden: Das Detailmodell verlangt für jede Längenvariante eine Konstruktionskopie und für jede Verbindung eigene Abhängigkeiten, das vereinfachte Modul wird beim Platzieren automatisch kopiert und über farbige Konnektoren angedockt, deren Farbe falsche Paarungen ausschließt. Der geometrische Speicherbedarf fällt im gezeigten Beispiel von 4,1 auf 0,1 Megabyte. Im Video ab 2:30

Im Layout werden die Module über ein iLogic-Formular parametriert. Ändert sich der Hub einer Achse, folgen Anschlusspunkt und Schleppkette über die Parametervererbung mit; zusammengesetzte Einheiten lassen sich samt Verbindungen kopieren und an anderer Stelle wieder einsetzen. Die Varianz entsteht damit im Layout und nicht in neuen Dateien. Im Video ab 7:34

Der Baukasten im Factory-Layout

Angebotszeichnung ohne Zwischenschritt

Aus der modularen Baugruppe entsteht die Zeichnung direkt: Ansichten, Positionsnummern und korrekt dargestellte Schleppketten reichen für die Angebotsphase und tragen auch in der Fertigung, weil zu jeder Komponente eine bemaßte Unterbaugruppe existiert. Die Positionsnummern sind dabei kein Beiwerk – sie spiegeln sich später in Stückliste und Artikeln wider. Im Video ab 12:28

Vor dem Einchecken lässt sich das vereinfachte Modul mit dem detaillierten Modell überlagern, um Schnittstellen zu prüfen. Projektspezifische Positionen erhalten ihre Artikelnummer schon vorab, auch wenn die zugehörige Baugruppe noch gar nicht existiert. Im Video ab 11:01

Angebotszeichnung ohne Zwischenschritt
Mathias Voigt – Contelos GmbH

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Mathias Voigt

Fachbereichsleitung Maschinen- & Anlagenbau · Contelos GmbH

Die meisten Vault-Projekte scheitern nicht an der Software, sondern an Nummernkreisen, die vorher niemand festgelegt hat.

Der Fingerprint verbindet Modul und Artikel

Vault bestimmt die Artikelnummer über das iProperty Teilenummer und füllt damit normalerweise auch den Übereinstimmungswert. Ein zusätzliches iProperty namens Fingerprint steht im Mapping vor der Teilenummer und wird deshalb zuerst ausgewertet; es beschreibt das Modul über seine Merkmale, etwa „Führung, Länge 600, Breite 200, mit Motor“.

Steht derselbe Wert im Übereinstimmungswert eines vorhandenen Artikels, hängt sich das einfache Modul beim Verartikeln an diesen Artikel und übernimmt dessen Nummer. Die Zuordnung entsteht damit über eine Eigenschaft und nicht über einen Umbau der Baugruppe. Im Video ab 15:06

Der Fingerprint verbindet Modul und Artikel

Vom Modul zur vollständigen Stückliste

Der Befehl „Artikel zuweisen“ erzeugt die Artikel in einem Durchgang. Die Baugruppe ordnet sich zunächst mit einem weißen Schlüssel zu und gibt ihre Stückliste noch nicht weiter; erst der primäre, blaue Schlüssel sorgt dafür, dass beim nächsten Aktualisieren die Stücklisteninformation aus der realen Konstruktion gezogen wird. Im Video ab 16:57

In der großen Stückliste stehen danach alle Positionen: der projektspezifische Untertisch, die unterschiedlich langen Linearmodule mit je eigener Nummer, der Anschraubwinkel samt Schrauben, die Schleppkette als Meterware und der Elektroschaltkasten.

Der Aufwand steckt damit in der Vorbereitung – Module festlegen, Bibliothek und Parametrik aufbauen, die Zuordnung zu realen Baugruppen definieren. Welche Ihrer Baugruppen sich zu Modulen umstrukturieren lassen, schauen wir uns gern gemeinsam an.

Vom Modul zur vollständigen Stückliste

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