Autodesk University 2026: Assistant lernt das ganze Projekt
Agentenbasierte KI in Forma, Fusion und Flow – im Produkt schon da, die nächste Stufe ab 2027.
Auf der Autodesk University 2026 hat Autodesk neue agentenbasierte KI-Funktionen für seine drei Industrie-Clouds vorgestellt: Forma für Architektur, Bauwesen und Konstruktion, Fusion für Design und Fertigung, Flow für Medien und Unterhaltung. Zusammen bilden sie die nächste Generation des Autodesk Assistant.
Der angekündigte Unterschied zu heute: Der Assistent soll nicht mehr nur die Frage verstehen, sondern das Projekt dahinter – und über die Grenzen einzelner Programme, Projekte und Teams hinweg arbeiten. Anwenderinnen und Anwender sollen nicht mehr wissen müssen, welches Autodesk-Produkt für eine Aufgabe zuständig ist.
Für Ihre Planung wichtig: Der Autodesk Assistant ist in vielen Produkten bereits allgemein verfügbar. Was auf der Autodesk University gezeigt wurde, ist eine Vorschau. Die Einführung soll nach Angaben von Autodesk 2027 beginnen.
Rücksprache vereinbarenWas Autodesk unter Projektintelligenz versteht
Der Begriff, den Autodesk der Ankündigung voranstellt, heißt Projektintelligenz: handlungsrelevante Erkenntnisse aus vernetzten Projektdaten, Branchenkontext und KI.
Die Abgrenzung, die Autodesk dazu zieht, ist die eigentliche Aussage. Allgemeine KI kann über viele Arten von Informationen schlussfolgern. Die Autodesk-Anwendungen kennen darüber hinaus Geometrie, Rahmenbedingungen, Physik, Prozesse und Projektverläufe – also genau das, was darüber entscheidet, ob sich etwas tatsächlich planen, bauen oder fertigen lässt.
Das Beispiel aus der Ankündigung: Ändert sich am Gebäude etwas Bauliches, soll der Assistent diese Änderung im Projektkontext einordnen und die nachgelagerten Auswirkungen auf Fertigung, Terminplan, Kosten, Bauablauf und Betrieb erkennen – statt das Problem nur zu beschreiben.
Das ist der Anspruch, wie ihn Autodesk formuliert. Das Beispiel stammt aus der Ankündigung, nicht aus einem Projekt, das wir begleitet haben.
Bild: Autodesk
Die drei Bausteine
Personal Pulse macht priorisierte Probleme und Erkenntnisse projektübergreifend sichtbar – die Antwort auf die Frage, was heute Aufmerksamkeit braucht.
Assistant Spaces gibt einem Team und seinen KI-Agenten eine gemeinsame Umgebung, um ein einzelnes Problem zu untersuchen und dessen Folgen abzuschätzen.
Assistant Builder ist für alle interessant, die eigene Werkzeuge im Einsatz haben: Damit lassen sich eigene KI-Agenten, eigene Tools und Partnerdienste an den Autodesk-Projektkontext anbinden. Unterstützung für Agenten von Drittanbietern aus dem Design & Make Marketplace ist angekündigt.
Im Hintergrund arbeitet der AI Orchestrator. Er wählt je Aufgabe ein passendes KI-Modell aus – nach Genauigkeit, Geschwindigkeit, Sicherheit und Kosten. Autodesk legt sich also nicht auf ein Modell für alles fest.
Was heute schon geht – und was Vorschau ist
Diese Trennung lohnt sich, bevor jemand darauf plant:
Heute verfügbar. Der Autodesk Assistant ist in vielen Autodesk-Produkten allgemein verfügbar, darunter Fusion, Forma und Flow. Dort unterstützt er bei KI-gestützten Funktionen innerhalb des jeweiligen Programms.
Vorschau, Einführung ab 2027. Die nächste Generation – also alles, was über Produkt-, Projekt- und Teamgrenzen hinweg arbeitet – hat Autodesk auf der Autodesk University als Vorschau gezeigt. Sie ist noch nicht allgemein verfügbar.
Zur Einordnung gehört auch, wie Autodesk mit dem Thema Vertrauen umgeht: Für den Assistant werden AI Transparency Cards veröffentlicht, die verwendete Daten und Technologien, Schutzmaßnahmen und bekannte Einschränkungen benennen. Der Assistent ist ausdrücklich darauf ausgelegt, die fachliche Beurteilung zu unterstützen – die Kontrolle bleibt bei den Fachleuten.
Was das für Ihren Bereich heißt
Maschinen- & Anlagenbau. Fusion verbindet Produktdesign, Engineering, Fertigung und Produktion auf gemeinsamen Produktdaten. Der Hebel liegt dort, wo heute zwischen Konstruktion und Fertigung noch Dateien wandern und Stände auseinanderlaufen.
Architektur, Bauwesen & Konstruktion. Hier steht der Satz, den man gelesen haben sollte: Autodesk bezeichnet Forma als die Zukunft von AEC-Produkten wie Revit und will die heutigen Funktionen in eine stärker vernetzte, cloudbasierte Arbeitsweise überführen. Wer in Revit plant, sollte die Cloud-Anbindung deshalb nicht als Nebenthema behandeln.
Infrastruktur & GIS. Autodesk nennt Gebäude und Infrastruktur ausdrücklich als Anwendungsfeld. Eine eigene Ankündigung für Infrastrukturprodukte gab es in dieser Meldung aber nicht – hier lohnt es, die kommenden Wochen abzuwarten.
Medien und Unterhaltung deckt Flow ab. Das ist nicht unser Feld, der Vollständigkeit halber sei es genannt.
Die gemeinsame Voraussetzung ist bei allen dieselbe, und sie ist unspektakulär: Projektintelligenz entsteht aus vernetzten Daten. Wer seine Projektdaten heute in getrennten Ablagen hält, hat später nichts zu vernetzen. Das ist die Arbeit, die sich jetzt lohnt – unabhängig davon, wann der Assistent in welcher Ausbaustufe kommt.
Passend dazu eine Zahl aus dem 2027 State of Design & Make Report von Autodesk: 70 Prozent der befragten Führungskräfte und Fachleute erwarten, dass KI alltägliche und wiederkehrende Arbeit reduziert und damit Kapazität für Beurteilung und Fachwissen frei macht. Die Reihe haben wir an anderer Stelle schon einmal vorgestellt.
Quellen und Gesprächsangebot
Im vergangenen Jahr hat Autodesk auf der Autodesk University die Produktlandschaft neu sortiert – Forma wurde zur Plattform für Planen, Bauen und Betreiben. In diesem Jahr geht es um das, was auf dieser Grundlage laufen soll.
Am 8. Oktober sprechen wir darüber. Auf unserer C³ | Contelos-CAD-Conference in der Heinz von Heiden Arena in Hannover ist KI im Arbeitsalltag eines der Themen – mit Kolleginnen und Kollegen, die täglich damit arbeiten, und ohne Folienversprechen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Stand: 29. September 2026. Sie wollen wissen, was davon für Ihre Umgebung zählt und welche Vorarbeit sich lohnt? Melden Sie sich gern über das Formular unten.
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