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XR-Workshop

XR-Workshop

Probleme in Virtual Reality erkennen und managen – von Autodesk Forma bis Fusion Manage

Die größten Herausforderungen im Alltag sind nicht das Modell selbst – sondern das Erkennen von Problemen im richtigen Kontext. Auf einem 2D-Plan sieht alles logisch aus. Auf der Baustelle stehen plötzlich Dinge im Weg, Leitungen kollidieren, Zugänge fehlen.

Was dann folgt, ist der klassische Prozess: E-Mails werden geschrieben, Screenshots eingefügt, Tickets irgendwo erfasst – und der gesamte Kontext geht verloren. Genau hier setzt XR an. Statt Probleme nachträglich zu dokumentieren, gehen wir direkt in das Modell, direkt in den Raum, direkt in den Kontext.

Zwei Welten, ein tiefer Riss

Überall dort, wo Maschinen, Anlagen oder Betriebseinrichtungen in Gebäuden zum Einsatz kommen – ob in bestehenden, geänderten oder noch geplanten – entstehen Wechselwirkungen zwischen Architektur und Maschinen- bzw. Anlagenbau. Doch diese beiden Welten sind durch einen tiefen Riss voneinander getrennt.

Architektur & Bauwesen

Traditionell aufgestellt, aber mit BIM auf dem Weg zur Digitalisierung. Neben 2D hat sich 3D etabliert – ein hohes Potenzial, das zunehmend erschlossen wird.

Maschinenbau & Anlagenbau

Hoher Reifegrad in 3D-Konstruktion, PDM- und ERP-Systeme im Einsatz – aber selten direkt gekoppelt. PLM-Prozesse befinden sich noch in den Startlöchern.

Das Dilemma: BIM als Disziplin bezieht Maschinen, Anlagen und Betriebseinrichtungen innerhalb von Gebäuden gar nicht mit ein. Informationen werden manuell übertragen, Screenshots per Mail weitergeleitet, Kontext geht verloren – Probleme werden zu spät erkannt, Korrekturen sind teuer.

XR, VR, AR, MR – was steckt dahinter?

XR steht für Extended Reality – ein Sammelbegriff für verschiedene Arten, digitale Inhalte mit unserer realen Welt zu verbinden. Man kann es sich wie ein Spektrum vorstellen:

  • Virtual Reality (VR): Vollständige Immersion in einer digitalen Welt – Sie sehen nichts von Ihrer Umgebung, sondern stehen komplett im Modell, in Originalgröße. Das ist genau das, was im Workshop genutzt wird.
  • Augmented Reality (AR): Die reale Welt bleibt sichtbar, digitale Informationen werden darüber gelegt. Besonders stark für Montage, Service und Wartung – z. B. Leitungen oder Bauteile direkt auf der Baustelle eingeblendet.
  • Mixed Reality (MR): Reale und digitale Welt verschmelzen stärker miteinander. Digitale Objekte sind fest im Raum verankert – man kann um sie herumgehen, sie gemeinsam betrachten und damit arbeiten. Besonders spannend für kollaborative Szenarien.

XR macht aus Modellen einen gemeinsamen Erfahrungsraum. Probleme werden nicht mehr analysiert – sie werden intuitiv erkannt. Zusammenhänge müssen nicht erklärt werden, man sieht sie sofort. Alle sehen dasselbe gleichzeitig: kein „Ich dachte, das wäre anders gemeint", sondern ein gemeinsames Verständnis im selben Raum.

XR, VR, AR, MR – was steckt dahinter?

Workshop XR – vom Spielzeug zum echten Werkzeug

Mit Workshop XR und einer Meta Quest-Brille betritt man virtuelle Räume, in denen Projektbeteiligte als individuelle Avatare repräsentiert werden. Von einem gemeinsamen Besprechungsraum aus lässt sich das Modell direkt betreten – für Begehungen, Arbeitssicherheitskontrollen oder die Diskussion an einzelnen Aggregaten.

Dabei stehen echte Werkzeuge zur Verfügung:

  • Maße nehmen direkt im Modell
  • Metadaten vom Modell abrufen
  • Issues direkt per Controller erstellen – mit Audioerfassung oder Texteingabe
  • Jeder Issue ist ortsgebunden und für alle Beteiligten im Modell sichtbar
  • Automatische Speicherung in Autodesk Forma Data Management

Das Entscheidende ist die Art, wie Probleme verstanden werden: Entscheidungen entstehen nicht im Nachgang, sondern direkt im Moment – im Kontext, wo das Problem tatsächlich liegt. Das ist kein Review mehr. Das ist gemeinsames Arbeiten im Modell.

Die Brücke über den Riss: Issue-Sync von Autodesk Forma zu Fusion Manage

Ein in XR erkanntes Problem landet zunächst als strukturierter Issue in Autodesk Forma. Aber genau hier hört der Prozess nicht auf – denn Forma bietet zwar Statusänderungen, aber keinen echten Workflow hinter einer Übergabe an mehrere Verantwortliche und keine Eskalationsmechanismen.

Über eine direkte Schnittstelle zwischen Autodesk Forma und Fusion Manage wird dieser Issue automatisch synchronisiert und zu einem Problemreport im PLM-System:

  • Alle Informationen, Beschreibung, Zuordnung, Foto-Thumbnail und Status werden übertragen
  • In Fusion Manage startet ein vollständiger Workflow mit definierten Statusübergängen
  • Aus einem Problemreport kann ein Change Request entstehen, daraus eine Change Order
  • Statusänderungen in Fusion Manage werden per Webhook zurück in Autodesk Forma synchronisiert

Von der Erkennung im Modell zur strukturierten Weitergabe bis zur Umsetzung und Nachverfolgung: der Riss zwischen BIM-Welt und PLM-Welt ist geschlossen.

Harmonia – KI-gestützte Analyse und Priorisierung

Wenn sich Issues häufen, stellt sich schnell die Frage: Welche müssen zuerst bearbeitet werden? Haben 20 Issues vielleicht ein oder zwei gemeinsame Grundursachen? Hier kommt Harmonia ins Spiel – eine KI-gestützte Analysefunktion innerhalb von Fusion Manage.

Harmonia bewertet das gesamte Issue-Portfolio und liefert:

  • Priorisierungsvorschläge nach Risiko-Score und Dringlichkeit
  • Cluster-Analyse: Welche Issues haben gemeinsame Grundursachen?
  • Qualitäts-Heatmap: Wo sind die Datenlücken, was fehlt noch?
  • Empfehlungen für Folgemaßnahmen je Issue
  • Hinweise auf unvollständige Daten – damit nicht auf falscher Grundlage entschieden wird

Harmonia ist aktuell ein MVP – ein erster Schritt, der zeigt, wohin sich die Plattform entwickelt. Über kurz oder lang werden KI-Agenten diese Aufgaben übernehmen: Datenqualität prüfen, Vorschläge machen, Prozesse anstoßen.

XR zeigt das Problem. PLM löst es.

Workshop XR hilft, Probleme früher zu erkennen – und vor allem im richtigen Kontext zu verstehen. Der eigentliche Mehrwert entsteht danach: wenn aus einem erkannten Problem ein sauberer, gesteuerter Prozess wird.

Von der Erkennung im Modell über die strukturierte Weitergabe bis zur Umsetzung und Nachverfolgung in Fusion Manage – keine losgelösten Erkenntnisse mehr, sondern durchgängige Prozesse. Dort, wo einst ein tiefer Riss zwischen BIM-Welt und PLM-Welt war, entsteht ein geschlossener Workflow.

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