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Informationen am Digitalen Zwilling verwalten

Informationen am Digitalen Zwilling verwalten

Speichern und Anzeigen von Daten direkt an Objektinstanzen

In der Konstruktion existiert nicht nur ein Motor – sondern mehrere konkrete Motoren, von denen jeder seine eigene Geschichte hat. Einer läuft seit tausenden Stunden, ein anderer wurde erst kürzlich ausgetauscht, ein dritter hat bereits mehrere Wartungen hinter sich. Diese Unterschiede sind für Betrieb und Service entscheidend – erscheinen aber in einer klassischen Stückliste nicht.

In dieser Session zeigen wir, wie der BOM-Instance-Editor in Fusion Manage diese Lücke schließt: von der Verwaltung konkreter Komponenteninstanzen über die Integration von IoT-Sensordaten bis hin zur Grundlage für Predictive Maintenance.

Von der Stückliste zur Instanz – die Idee des Digitalen Zwillings

In der Konstruktion denken wir in Baugruppen, Unterbaugruppen und Komponenten. Wenn das Produkt ausgeliefert wird, entsteht daraus eine reale Anlage aus konkreten physischen Komponenten – also Instanzen. Der Digitale Zwilling schlägt genau diese Brücke zwischen dem strukturellen Modell aus dem Engineering und den realen Assets im Betrieb.

Viele der benötigten Informationen existieren bereits: In CAD- und PDM-Systemen finden sich Klassifikationen, technische Eigenschaften und Dokumente. Der nächste Schritt besteht nicht darin, neue Daten zu erfinden, sondern bestehende weiterzuverwenden und mit Instanzinformationen zu ergänzen – Seriennummer, Installationsdatum, Lieferant, bisherige Betriebsdauer. Mit der Zeit kommen Wartungshistorien und Zustandsbewertungen hinzu. So entsteht nach und nach eine vollständige Lebensakte der Komponente.

Der BOM-Instance-Editor: Instanzdaten strukturiert verwalten

Der BOM-Instance-Editor verbindet die Engineering-Struktur mit den realen Komponenteninstanzen im Betrieb. Die Stücklistenstruktur bleibt erhalten, wird jedoch um instanzspezifische Informationen ergänzt. Jede Instanz kann mit Seriennummer, Installationsdatum und weiteren Eigenschaften versehen werden – auf Basis eines konfigurierbaren Frameworks, das sich an unterschiedliche Instanztypen wie Motoren, Sensoren oder Steuerungselemente anpassen lässt.

Ein praktisches Hilfsmittel ist das Crossmarking: Wird eine Komponente in der Stückliste ausgewählt, sieht man sofort, welche Instanzen davon betroffen sind – und umgekehrt. Instanzdaten lassen sich außerdem direkt nach Excel exportieren, was besonders für Auswertungen und Serviceprozesse hilfreich ist. Der Editor ist Teil der Fusion-Manage-UI-Bibliothek und lässt sich auch als Add-in direkt in Inventor integrieren.

Motortausch live: Instanzpflege direkt am laufenden Asset

Im Demo-Szenario läuft ein Asset im Betrieb und ein Motor muss getauscht werden. Der Servicetechniker setzt das Asset in den Status „In Service", öffnet direkt aus dem Asset heraus den BOM-Instance-Editor und sieht die Stückliste mit allen Instanzen – farblich markiert nach Typ. Die betroffene Instanz wird identifiziert, die neue Seriennummer eingetragen, der Lieferant aktualisiert und das Installationsdatum gesetzt.

Nach dem Speichern ist die Änderung sofort im Asset sichtbar: Die Teileliste zeigt den neuen Status, die neue Seriennummer und alle weiteren Daten des getauschten Motors. Der Lebenszyklus des Assets wird anschließend auf „In Betrieb" zurückgesetzt. Die Instanzen werden dabei nicht unabhängig gepflegt, sondern bleiben dauerhaft mit der Stückliste verbunden – ändert sich die Engineering-Struktur, werden diese Änderungen automatisch berücksichtigt.

IoT-Sensordaten: Der Digitale Zwilling wird dynamisch

Instanzdaten beschreiben eine Komponente zunächst noch relativ statisch: Datum, Laufzeit, Historie. Mit Sensordaten kommt eine neue Dimension dazu. Moderne IoT-Sensoren sind kompakt, kostengünstig und lassen sich direkt an Komponenten installieren – unabhängig von der bestehenden Maschinensteuerung. Sie erfassen kontinuierlich Temperatur, Vibration und Stromaufnahme und übertragen diese Daten über LoRa, Bluetooth oder WLAN.

Die Daten werden über ein Gateway gesammelt und über die Autodesk Platform Services aufgenommen, verarbeitet und der richtigen Komponenteninstanz zugeordnet. Fusion Manage aktualisiert daraufhin die Instanzinformationen automatisch. Der Digitale Zwilling zeigt damit nicht nur strukturelle Informationen, sondern auch den aktuellen Zustand der Anlage aus dem laufenden Betrieb – und macht bestehende Anlagen ohne großen Aufwand nachrüstbar.

Predictive Maintenance – vom statischen Modell zum operativen Assistenzsystem

Die Kombination aus Instanzdaten und Sensordaten bildet die ideale Grundlage für Predictive Maintenance. Traditionell läuft Wartung reaktiv – eine Komponente fällt aus, dann wird repariert. Präventive Wartung arbeitet mit festen Intervallen, unabhängig vom tatsächlichen Verschleiß. Predictive Maintenance geht einen Schritt weiter: Wartung basiert auf realen Betriebsdaten und dem tatsächlichen Komponentenzustand. Analysen – zunehmend durch KI unterstützt – erkennen Muster und Anomalien, bevor eine Komponente ausfällt.

Langfristig entwickelt sich der Digitale Zwilling zu einem Assistenzsystem für den Betrieb: Das System bewertet kontinuierlich den Zustand von Komponenten, erkennt Fälligkeiten und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Wartung und Ersatzteilbeschaffung. Eine einfache Verbindung zwischen physischer Komponente und digitalem Zwilling – etwa über QR-Codes oder NFC-Tags – ermöglicht dem Servicetechniker direkten Zugriff auf alle relevanten Instanzdaten vor Ort. Aus einer reinen Produktstruktur entsteht so Schritt für Schritt ein operatives Abbild der Anlage.

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