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3D-Konfiguration auf der Autodesk Plattform

3D-Konfiguration auf der Autodesk Plattform

Zeichnungserstellung, Stücklisten und Kalkulation in einem durchgängigen Prozess

CAD, PLM, ERP, Datenplattformen – jedes System verwaltet eigene Datenformate, Versionen und Berechtigungen. In der Praxis führt das zu Medienbrüchen: Daten werden manuell übertragen, mehrfach gespeichert oder in verschiedenen Systemen unterschiedlich interpretiert. Das eigentliche Problem ist selten ein einzelnes System – die Herausforderung liegt darin, diese Systeme miteinander zu verbinden.

In dieser Session zeigen wir, wie die Autodesk Platform Services (APS) als Integrations- und Automatisierungsplattform genau das leistet – und wie ein regelbasierter 3D-Konfigurator daraus einen durchgängigen Prozess von der Angebotserstellung bis zur automatischen Modellgenerierung und PLM-Integration macht.

Autodesk Platform Services – die Integrationsschicht zwischen Systemen

APS stellt keine Konkurrenz zu bestehenden Engineering-Systemen dar – es verbindet sie. Die Architektur besteht aus drei Ebenen: Unten liegen die Engineering-Systeme wie Inventor, Vault oder Fusion Manage. Darüber liegt die APS-Plattformschicht mit Viewer, Daten-APIs und Automatisierungsdiensten. Darauf aufbauend entstehen Anwendungen: Produktkonfiguratoren, Serviceportale, M-BOM-Editoren oder Engineering-Web-Apps.

Diese Entwicklung verläuft typischerweise in Stufen: Zuerst werden Systeme integriert, dann Prozesse automatisiert, schließlich entstehen neue Engineering-Anwendungen direkt auf der Plattform. Langfristig bildet APS die Grundlage für KI-gestützte Engineering-Assistenten. Die Plattform ist weitgehend Open Source, die Community wächst wöchentlich und ein aktiver APS-Blog dokumentiert neue Entwicklungen und Anwendungsfälle.

Der regelbasierte 3D-Konfigurator: Konstruktionswissen direkt im System

Variantenreiche Produkte stellen Vertrieb und Engineering vor eine gemeinsame Herausforderung: Kombinationen müssen technisch gültig sein, Varianten korrekt berechnet werden, Änderungen konsistent bleiben. Ohne strukturierte Unterstützung entstehen Rückfragen in die Konstruktion, längere Angebotsprozesse und Abhängigkeiten von einzelnen Mitarbeitern.

Beim regelbasierten Ansatz wird das Konstruktionswissen direkt im Konfigurator abgebildet – als iLogic-Regeln oder externe globale Regeln. Technische Abhängigkeiten zwischen Bauteilen und Parametern werden automatisch geprüft, unmögliche Kombinationen verhindert und jede gültige Konfiguration erzeugt gleichzeitig einen ersten technischen Entwurf. Der Konfigurator entspricht dabei im Kern einem Inventor, der in der Cloud läuft – mit denselben parametrischen Möglichkeiten.

Konfiguration im Angebotskontext: vom RFQ zum generierten Modell

Der Prozess startet in Fusion Manage mit einem Customer Request – einer Angebotsanfrage. Aus dem verknüpften Produkt öffnet sich direkt der APS-Konfigurator. Parameter werden gesetzt: Transformatortyp, Schließvariante, Farbe. Die Konfiguration wird an APS übergeben, ein Inventor-Server in der Cloud führt die Berechnung aus und das aktualisierte Modell erscheint unmittelbar im Viewer.

Ist die Konfiguration abgeschlossen, wird sie mit dem Angebot verknüpft und zurück in Fusion Manage synchronisiert. Im Asset sind anschließend alle Ergebnisse hinterlegt: die erzeugte PDF-Zeichnungsableitung, XML-Parameterdateien mit Kundeninformationen, Bestellnummern und Asset-Daten sowie der Lebenszyklus des Assets, der mit der Quotation-Phase startet. Schreitet der Angebotsprozess voran, aktualisiert sich der Asset-Status automatisch mit.

Design Automation und hybride Architektur: Cloud und On-Premise kombinieren

Nicht jede Automatisierung muss vollständig in der Cloud laufen. Viele Unternehmen nutzen hybride Architekturen: Die Cloud orchestriert den Prozess, lokale Systeme führen die Berechnungen aus. Ein typisches Muster ist das Listener-Prinzip – der Konfigurator erzeugt eine XML- oder JSON-Datei mit den Konfigurationsparametern und legt diese in einem definierten Ordner ab, etwa auf SharePoint oder dem lokalen Vault-Server. Ein Listener überwacht diesen Ordner, startet automatisch den lokalen Inventor, berechnet das Modell und speichert die Ergebnisse im PDM- oder PLM-System.

Automatisierungsprozesse können über verschiedene Ereignisse ausgelöst werden: durch eine Benutzeraktion oder durch einen Workflow-Statusübergang in Fusion Manage. So wird erst dann lokal berechnet, wenn das Angebot tatsächlich angenommen wurde – kein unnötiger Berechnungsaufwand während der Verhandlungsphase. CAD-Daten müssen dabei nicht zwingend vollständig in die Cloud verlagert werden.

Ergebnisse und Ausblick: Engineering-Anwendungen direkt auf der Plattform

Am Ende des Prozesses stehen vollständige Engineering-Artefakte: Das Inventor-Modell wird aus den Konfigurationsparametern erzeugt, 2D-Zeichnungen und Stücklisten entstehen automatisch, Neutralformate wie STEP und PDF werden generiert und alle Ergebnisse werden im PDM-System gespeichert und mit der Angebotsstruktur in Fusion Manage verknüpft. Metadaten werden synchronisiert, Dokumente der richtigen Projektstruktur zugeordnet – alles im PLM-Kontext für nachfolgende Prozesse verfügbar.

Die Konfiguration ist damit mehr als ein Engineering-Werkzeug – sie ist der Einstiegspunkt in den gesamten Produktlebenszyklus. Immer mehr Engineering-Funktionen wandern in den Browser: Modellvisualisierung, Stücklistenbearbeitung, Serviceanwendungen. APS entwickelt sich zur offenen Plattform für eigene Engineering-Anwendungen – mit konsistentem Zugriff auf Modelle, Metadaten und Dokumente über alle Systeme hinweg.

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